Kriegskunst

Wer interessiert sich schon noch für den Infektionsstreusel, wenn der glatzköpfig oberkörperfreie also sozusagen enthemmt enthemdete Putin Menschen schlachten lässt als sei er beim Thönies in die Lehre gegangen. Wie der Thönies macht er es ja auch nicht selber sondern schickt seine alten und krummen, jungen und dummen an die Front. Und wir haben in westlicher Geschlossenheit das so gemein gemeinsame Statement „wir halten alle dagegen, jeder auf seine Weise“ in vielfältiger Einfältigkeit bereit. Wir diskutieren über die Lieferung schwerer Waffen obwohl uns die USA zeitgleich vormacht, was bereits leichte Waffen in einer Volksschule anrichten können. Wir empören uns über die National Rifle Association und rufen die Nato in den Verteidigungsanfall. Und Toni Hofreiter spielt statt Gänseblümchen-Quartett souverän das Kriegswaffen EinMalEins. Olaf sagt, die Russen dürfen den Krieg nicht gewinnen. Merz fordert, Olaf solle endlich bekennen, dass die Ukraine den Krieg gewinnen müsse. Ja hat denn denen der Putin allen die Geister einzeln ausgebombt? Diesen Krieg wird niemand gewinnen, den darf sogar niemand gewinnen, sonst verlieren wir alle unseren Planeten. Man muss dem Putin Einhalt gebieten, indem man das Eigentum der Oligarchen einfach beschlagnahmt und an die Armen verteilt. Geht rechtlich nicht? Der Krieg ist rechtlich gesehen auch nicht möglich. Man muss jeden Handel mit dem Taiga-Macho unterbinden. Und wenn China daraus Gewinn macht, dann müssten wir auch auf den Handel mit denen verzichten… denn die holen sich eh Taiwan, sobald die Ukraine weg ist. The winner takes it all singen Abba als Avatare ihrerselbst junggerechnet von virtual reality Software mit künstlicher Intelligenz, weil man die natürliche für so einen Blödsinn nicht mutzen kann. Gott sei Dank… apropos – wo ist der eigentlich?

Stell Dir vor, es ist Krieg und alle gehen hin, um sich in Kiew sehen zu lasen. Macht sich gut. So haben wir jetzt einen westlichen Ego-Kasper, der vom Endsieg träumt und einen östlichen Despo-Protz der ohne Sieg nicht enden will. Jeder Friedens-Kompromiss wird von der einen Seite als Appeasement, von der anderen als antirussischer Nazismus verachtet. So bleibt de facto nur eines übrig: weiter mit dem Krieg. Wir zahlen Millionen für die Gesundheit unserer Alten (mich eingeschlossen) und dort werden 15jährige im Namen des Volkes gesprengt oder raketisiert. 100 Milliarden Sondervermögen in die Bundeswehr statt in die Dritte Welt. Könnten jetzt nicht mal ein paar Aliens landen, gegen sie man sich zwangsweise zusammentun müsste. Krieg der Welten statt Krieg der Welt. Aber wenn die Aliens mitkriegen, was hier los ist, dann stecken die uns eh in ein schwarzes Loch, bevor sie sich bei unserer Dummheit anstecken.

Können die Kiew-Besucher nicht alle zeitgleich, d.h. auf einmal hingehen, den Papst und die Queen mitnehmen und währende sie alle Imagine von John Lennon singen von dort aus ohne Waffen nach Moskau marschieren? Ich wäre dabei.. ernsthaft, bloß wenn ich da allein wandere, denken alle: der ist bescheuert. Dabei sind es die Krieger, die bescheuert sind. Wenn ich da allein wandere, denken alle: der erreicht doch nix. Dabei sind es die Krieger, die genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie zumindest vorgeben zu wollen. Schütten wir dem Putin beim Besuch dann noch ein Päckchen Zoladex® in den Vodka, dann isses – Viagra hin oder her – vorbei mit der Morgenlatte. Dann wird er zum Testosteril gemäßigten Impotentaten. Das täte vermutlich der Welt und seiner weiblichen Umgebung nur gut.

Scheiß Krieg. Da bleibt einem also nur, sich hilflos an Gedanken zu freuen, die nicht um diese destruktive Urtriebfeder menschlicher Selbstenthaupt- und -überschätzung drehen. Was ist da besser geeignet als über Kunst zu reflektieren, sei sie bildend oder gestaltend, wildend oder altend. Jeder soll so innbrünstig künsteln wie er kann und beruflich Kunstfehler unterlassen um den eigenen Alterungsprozess mit Demut zu begleiten. Wer weiß schon, wann die Stunde schlägt. So lange aber Mick Jagger noch über die Bühne hüpft habe ich Hoffnung dass auch wir noch ein wenig hüpfen dürfen. Ich hüpf also mal bei alten Freunden vorbei und dann gehen wir in einen Biergarten und ratschen einfach ein wenig unkünstlich, heiter und entmilitarisiert – ohne gefährliche Virussen zwischen uns – miteinander. Das ist doch ein erstrebenswertes Lebensziel! Ich wünsch der Welt viel neue Lieder, Verse und Bilder, vielleicht hilft’s, Waffen und Kriegsgeschlachte wird niemandem helfen, niemanden glücklich machen, nirgendwann und nirgendwo. Denk mal drüber nach Putin, wenn Du das noch kannst.

 

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