{"id":304,"date":"2012-08-21T16:08:24","date_gmt":"2012-08-21T14:08:24","guid":{"rendered":"http:\/\/intern.walross-gelandet.de\/?p=304"},"modified":"2012-08-21T16:11:29","modified_gmt":"2012-08-21T14:11:29","slug":"akropolis-adieu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.walross-gelandet.de\/?p=304","title":{"rendered":"Akropolis Adieu"},"content":{"rendered":"<p>Griechischer Salat in Berlin &#8211; es ist angerichtet!<\/p>\n<p><strong>Vorspeise:<\/strong> Nana Mouskouri singt am Tag der offenen T\u00fcr \u201eQuando quando&#8220; f\u00fcr Wolfgang Sch\u00e4uble. Der versteht zwar nur &#8222;quanto quanto&#8220;, s\u00e4uselt &#8211; ausnahmsweise ohne Schlips, zuneigungssignalisierend und partnerlookend im wei\u00dfem Leichenhemd gekleidet &#8211; der Diva gro\u00dfm\u00fctig\u00a0zu &#8222;Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir den Griechen helfen&#8220;. K\u00f6nnen schon, aber so weit offen muss die T\u00fcr ja auch nicht sein. \u201eWenn wir keine Tr\u00e4ume mehr haben, dann haben wir keine Hoffnung mehr.\u201c schnulzt Mouskouri, darauf Sch\u00e4uble: \u201eWir sollten nicht aufh\u00f6ren zu tr\u00e4umen &#8211; aber zwischendurch muss man arbeiten.\u201c &#8211;\u00a0hoffnungslos Deutsch.<\/p>\n<p><strong>Zwischengang:<\/strong> Der griechische Au\u00dfenminister Dimitris Avramopoulos spricht vom &#8222;lieben Guido&#8220; und meint unsere europas\u00fc\u00dfelnde Wetsterwelle die &#8211; ganz der\u00a0Philosoph &#8211; selten so geschmeichelt daraufhin eurobr\u00fcnftig faselt: Europa sei\u00a0eine &#8222;Schicksalsgemeinschaft, eine Kulturgemeinschaft&#8220;. Kulminierend warnt unser griechisch unorthodox geliebter Au\u00dfenminister dann noch vor &#8222;antieurop\u00e4ischen Populismus&#8220;, also erfreulich konkret vor unserem Intellekt-spartanischen Wirtschaftsminister\u00a0Philipp &#8222;geordnete Insolvenz&#8220; R\u00f6sler.<\/p>\n<p><strong>Hauptspeise:<\/strong> Angela Merkel trifft Antonis Samaras. Was kann da in Anbetracht der \u00fcppig wohlschmeckenden Vorbereitungen noch passieren? Nix hoffentlich oder vielleicht sogar noch schlimmer: Drei Aussagen von Frau Merkel, die wir bald erwarten, die den banal Europ\u00e4er passager beruhigen\u00a0aber alle geschichtsgest\u00e4hlten Griechen stutzig machen werden:<\/p>\n<p>1. Niemand will hier eine Mauer bauen<br \/>\n2. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, mein Ehrenwort<br \/>\n3. Der Rettungsschirm ist sicher<\/p>\n<p>Denn schon Aristoteles wusste: &#8222;Denken und sein werden vom Widerspruch bestimmt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Nachspeise:<\/strong> Ein Lied zwo drei vier:<\/p>\n<p>Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde.<br \/>\nKomm schenk dir ein,<br \/>\nUnd wenn ich dann traurig werde, liegt es daran,<br \/>\nDass ich immer tr\u00e4ume von daheim,<br \/>\ndu mu\u00dft verzeihen.<\/p>\n<p>Akropolis adieu,<br \/>\nich muss gehen,<br \/>\ndie wei\u00dfen Rosen sind verbl\u00fcht,<br \/>\nwas ist geschehen,<br \/>\nich w\u00e4r so gern geblieben,<br \/>\nAkropolis adieu.<\/p>\n<p>Und zum Schluss:<\/p>\n<p><strong>Der K\u00e4se: <\/strong>Die Deutsche k\u00f6nnen alles besser, die machen sogar die besten Lieder \u00fcber die Griechen . Sollen sie doch pleite gehen, diese faulen, kurzarbeitenden, steuerhinterziehenden S\u00e4ulenkonservatoren. Die brauchen doch einfach nur ein paar ihrer Inseln verkaufen oder ihre Hotels billiger zu vermieten, dann wird&#8217;s auch wieder was mit dem Nachbarn. Wenn wir so arm dran w\u00e4ren, wie die, da w\u00fcrden wir doch sofort Helgoland absto\u00dfen und jedem griechischen Souflaki-Griller einen Urlaub im Bayerischen Wald nachschmei\u00dfen. Und \u00fcberhaupt: wir lassen unser Gyros schon lange und viel billiger beim T\u00fcrken braten. Eure Philosophen und dieser alte Sagen- und Gedichtekram gehen uns schon immer sowas von am Arsch vorbei. Gibt&#8217;s etwa eine Aristoteles-App, einen Diogenes-Download, ein Platon-Pad oder ein Sokrates-Smartphone.\u00a0Griechenland, das war ein mal. Heute sind wir die Kultur und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit &#8211; Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Griechischer Salat in Berlin &#8211; es ist angerichtet! Vorspeise: Nana Mouskouri singt am Tag der offenen T\u00fcr \u201eQuando quando&#8220; f\u00fcr Wolfgang Sch\u00e4uble. 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